Geschichte des Löschzug Kranenburg

1899 berief der damalige Kranenburger Bürgermeister Aloys Broekmann eine Versammlung ein, um die Bürger von der Notwendigkeit einer Feuerwehr zu überzeugen. Er erweckte dabei ein so großes Interesse, daß sich bereits am gleichen Abend 21 Freiwillige meldeten und den Löschzug  Kranenburg gründeten. 

  

Als erster Löschzugführer wurde Aloys Broekmann gewählt, der während einer Übung am 12. Oktober 1900 an einem Herzschlag starb. Sein Nachfolger wurde Jakob Ostendorp. Nach mehreren Übungen musste die Wehr beim ersten großen Einsatz, einem Wohnhausbrand in der Innenstadt, ihr Können unter Beweis stellen, wobei auch die erste Handdruckspritze eingesetzt wurde. In den darauffolgenden Jahren mussten weitere Brände bekämpft werden und der Aufbau der Wehr schritt immer weiter voran. 

  

1918 legte Jakob Ostendorp sein Amt nieder und wurde durch Johann Peters abgelöst, der sein Amt 1926 an Dr. med. Aloys Broekmann, Sohn des ersten Löschzugführers, übergab. 

  

Bereits 1926 gab es eine Spritzenabteilung, eine Wasserabteilung und eine Steigerabteilung. Am 31. August 1931 fand in Kranenburg das Kreisfeuerwehrverbandsfest statt und zu diesem Anlass wurde ein Steigerturm eingeweiht, der in Eigenleistung der Feuerwehrleute unter Mithilfe der Bevölkerung entstanden war. Dieser wurde aber im 2. Weltkrieg so stark beschädigt, dass er schließlich 1955 Spritzanabteilung 1926 abgerissen wurde. 

  

Im Jahre 1933 erhielt der Löschzug eine neue Tragkraftspritze und 1934 schenkte der Löschzugführer Dr. Aloys Broekmann der Wehr sein Privatauto Marke Brennabor, der für seinen neuen Zweck zum Feuerwehrfahrzeug umgebaut wurde. Von der Gemeinde wurde dem Löschzug 1937 ein PKW der Marke Adler zur Verfügung gestellt, da der Brennabor bei einem Einsatz einen Motorschaden erlitten hatte. 

  

Am 11. August verabschiedete sich sich Broekmann, da er zum Kreisbrandmeister befördert worden war. Sein Nachfolger wurde Karl Hennig, der aber 1939 den Posten wieder abgeben musste, da er beruflich versetzt wurde. Zur gleichen Zeit wurde aus der „Freiwilligen Feuerwehr“ die „Feuerlöchpolizei“ und Martin Simons leitete die Wehr bis zu seiner Einberufung in die Wehrmacht 1942. An dessen Stelle trat erneut Dr. Aloys Broekmann, der die Leitung bis zu seinem Tode 1945 behielt. Es folgte Gerhard Maas, der zusammen mit Amtsbrandmeister Josef Lünterbusch den Wiederaufbau der Kranenburger Feuerwehr vollzog. In dieser Zeit war der verminte Reichswald häufiges Einsatzobjekt und die Feuerwehr übernahm aus Wehrmachtbeständen drei Tragkraftspritzen. Ferner wurde 1947 ein US-Jeep als Zugfahrzeug angeschafft und 1948 wurden drei Handdruckspritzen von der Freiwilligen Feuerwehr Uedem gekauft, 1952 folgte ein weiterer PKW. 

  

1956 konnte ein neuerbautes Depot bezogen werden, weil das alte Depot für die wachsende Ausrüstung zu klein geworden war. 

  

1958 wurde das erste genormte Feuerwehrfahrzeug LF 8-TSA (Löschgruppenfahrzeug mit Tragkraftspritzenanhänger) angeschafft. Dieses Fahrzeug war auch mit einer neuen Tragkraftspritze ausgestattet. 

  

1964 kam eine DL 12 (Drehleiter) dazu und 1965 ein TLF 16/25 (Tanklöschfahrzeug), dass dem Löschzug zum Anlass des 65-jährigen Bestehens überreicht wurde.

Fahrzeuge 1965:

3x TSF, DL 12, LF 8, LF 8-TSA 

  

1969 übernahm Bernhard Kersten den Posten des Löschzugführers von Gerhard Maas. 

  

1974 könnte ein neues schweres LF 8 in Dienst gestellt werden, welches das LF 8-TSA ersetzte. 

  

1980 konnte die jetzige Wache bezogen werden und 1982 wurde Bernhard Kersten durch Johannes van Wickeren als Löschzugführer abgelöst. 

  

1986 wurde das TLF 16/25 von 1964 durch ein neues Modell ersetzt. Ein Jahr später stationierte der Katastrophenschutz einen RW 1 (Rüstwagen) in Kranenburg, der später in das Gemeindeeigentum überging. 

  

1997 konnte durch eine Spendenaktion ein MTW (Mannschaftstransportwagen) angeschafft werden. 

  

1999 feierte der Löschzug Kranenburg sein 100-jähriges Bestehen. Zu diesem Anlass wurde uns ein neues LF 8/6 übergeben.